Kelberger Gemeinderat: Politiker oder Komiker?

Derzeit sind auf Facebook einige Kommentare von Kelberger Verbandsgemeinderatsmitgliedern und dem Bürgermeister von Oberelz zu unserem Flyer „STURM IM WALD nimmt Stellung“ zu lesen, auf die die Wählergruppe Sturm im Wald e.V. (SiW) hiermit gerne eingehen möchte.

Wilfried Jax (SPD): „Bei der letzten Sitzung des Verbandsgemeinderates am 01./02.12.2016 haben die Vertreter von SIW genau dieser Planung (Anmerkung SiW: Potentialfläche 737 ha = 5,27% der VG Fläche) und einer 2. Offenlage zugestimmt.“

SiW: Von ca 600 Beschlüssen, über die der Verbandsgemeinderat in den Sitzungen am 01. und 02.12.2016 abgestimmt hat, wurden bis auf die eigenen Anträge ca. 580 von SiW abgelehnt. Also kann man nicht behaupten, dass SiW dieser Planung zugestimmt hat. Der Fortschreibung des FNP in der Schlussabtimmung der Verbandsgemeinderatssitzung vom 02.12.2016 haben wir nur deshalb zugestimmt, weil eine Ablehnung letzendlich zur Privilegierung geführt hätte, die wir mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern wollen.

Wilfried Jax (SPD): „SiW appelliert an die Bürgerinnen und Bürger gegen die jetzige Planung zu protestieren und „die Einstellung der Windkraftplanungen und die Freihaltung der gesamten Verbandsgemeinde von weiteren Windkraftanlagen“ zu fordern.“

SiW: Einstellung der Planung heißt nicht Einstellung des FNP Verfahrens oder sogar die Privilegierung. Wir fordern aus den im Flyer aufgeführten Gründen die Beendigung der Planung, keine weiteren kostenintensiven Untersuchungen mehr und eine Verabschiedung des Flächennutzungsplans ohne Ausweisung neuer Vorrangflächen. Analog der Entscheidung in der VG Hillesheim.

Wilfried Jax (SPD): „Die Zahl von 100 WKA ist nach meiner Einschätzung ein rein hypothetischer Wert der nicht belegbar und damit allein zum Zweck der „Panikmache“ sprich zur Verunsicherung der Bürger genannt wird.“

SiW: Mit einer Potentialfläche von 737 ha was 5,27% der Verbandsgemeindefläche entspricht, liegt die VG Kelberg in ganz Rheinlandpfalz mit an der Spitze. Damit liegen wir weit vor der VG Kaisersesch, die mit 431 ha ca. 3,1% der VG Fläche ausweist und mit 63 Windenergieanlagen (WEA) auf beiden Seiten der A 61 von Ulmen nach Mayen jedem bekannt sein dürfte. Ebenso die VG Obere Kyll, die mit 523 ha ca. 3,8% der VG Fläche und 74 WEA noch weit unter den 5,27% der VG Kelberg liegt. Wenn man jetzt von beiden Nachbar VGs die Flächengröße durch die Anzahl der WEA teilt, so kommt man auf einen Flächenverbrauch von 7 ha pro WEA. Teilen wir nun die Potentialfläche der VG Kelberg von 737 ha durch 7 ha pro WEA so sind auch bei uns 105 WEA möglich. Wenn die Fläche einmal für die Windenergie freigegeben ist, wer will verhindern, dass diese nicht bis auf den letzten qm auch dafür genutzt wird?

Albert Grohnert (Bürgermeister Oberelz):  „Windräder kann man wieder abbauen wenn eine bessere Energiequelle gefunden wurde, Atomkraftwerke beschäftigen und noch hunderte von Jahren.“

SiW: Während der Kaltwetterperiode vom 16. bis zum 26.01.2017 trugen die 26.000 Windkraftanlagen und der auf 400 Millionen Quadratmeter angewachsene Fotovoltaik-Park Deutschlands so gut wie nichts zur Elektrizitätsversorgung unseres Landes bei. Der Totalausfall der „Säulen der Energiewende“, wie Sigmar Gabriel die wetter- und subventionsabhängigen Energiequellen nennt, war dabei keine Momentaufnahme, sondern ein über zehn Tage anhaltender Dauerzustand. Man kann zwar kleine Mengen an Strom speichern, der Bedarf an Energiespeichern in Stromnetzen ist aber gigantisch groß. Speicher in der erforderlichen Größe sind in Deutschland nicht vorhanden und nicht realisierbar. Woher kommt also der Strom bei einer Windflaute, nachdem wir sieben Atomkraftwerke seit Fukushima vom deutschen Netz genommen haben? Aus unseren europäischen Nachbarländern! Hier gelten geringere Sicherheitsstandards, so dass neben Fessenheim noch die veralteten Atomkraftwerke im belgischen Tihange in der Nähe von Lüttich und im französischen Cattenom am Netz sind, um bei Windflaute einen deutschen Blackout zu verhindern.

Peter Burggraaff (CDU): “In der Verbandsgemeinderatssitzung vom 01.12.2016 wurde die Heraufsetzung des Abstandes zum Ferienpark von 1.450 m auf 2.000 m mehrheitlich beschlossen. Dieser Beschluss bedeutet, dass der Holzberg mit dem Hurenbusch als Vorrangfläche herausgefallen ist. Ebenfalls wurde beschlossen, den Höhenzug Gewaderköpfchen-Rote Heck in Verbindung mit dem Kamm nördlich von Kelberg als Vorrangfläche herauszunehmen. Es ist sehr bedauerlich, dass die Vertreter von Sturm und Wald, diese Beschlüsse in ihrer Stellungnahme nicht berücksichtigen und so tun, als ob diese Flächen noch als Vorrangflächen zu betrachten sind. Die Bürgerschaft wird also falsch informiert.”

SiW: Die Vertreter von Sturm und Wald haben sehr wohl diese Beschlüsse in ihrer Stellungnahme berücksichtigt. Inzwischen wurden die Bürger der Gemeinden Retterath und Salcherath per Rundschreiben vom Gemeinderat und Ortsbürgermeister aufgefordert, eine Stellungnahme gegen die 2.000 m Abstand zum Ferienpark abzugeben, da ansonsten 3 Windkraftanlagen für die Gemeinde wegfallen. Aus diesem Grund fordern wir in unserer Stellungnahme weiterhin, dass das Wilde Gebirge als langgestreckter Höhenzug westlich von Kelberg, das Kläppchen und der Holzberg mit dem Hurenbüsch bei Sassen, ferner der Höhenzug Gewaderköpfchen – Rote Heck in Verbindung mit dem Kamm nördlich von Kelberg als große geschlossene Waldgebiete und Kulturlandschaftsbereiche mit sehr hoher kulturhistorischer Bedeutung von Windkraftanlagen frei bleiben.

Albert Berens (CDU): “Die Windkraftgegner wissen nicht was sie tun. Die Windkraftgegner in unserer Region spielen ein gefährliches Spiel. Deren Operationen können sehr leicht zu mehr Windkraftanlagen führen als überhaupt beabsichtigt.”

SiW:  Kein Kommentar.