Leserbrief aus Müllenbach – Susanne Dietrich-Reichling

„Energiewende ja, aber mit Sinn und Verstand”

Man muss die Windkraft-Artikelschreiber in zwei Gruppen unterteilen.

Erstens: WindkraftanlagenHersteller-, -Vertreiber und -Lobbyisten. Für sie alle gilt, dass sie von dieser mittlerweile alten Technik sehr gut leben und mit dem im Überfluss vorhandenen Geld beliebig Einfluss nehmen können und es auch tun. Windkraftanlagen-Hersteller Aloys Wobben ist mit seiner Firma Enercon aus dem Stand auf Platz 14 der deutschen Milliardärsliste geschnellt. Der Baustopp vom 22. Dezember 2015 seiner Anlagen in der Gemeinde Swisttal hat auf ihn sichtbar beflügelnde Wirkung: Er baut einfach weiter. Ist aus der Bundesrepublik eine Bananenrepublik geworden?

Zweite Gruppe: Die zahllosen Fachleute und fachkundigen Laien. Ihnen ist gemeinsam, keinen finanziellen Vorteil durch das Schreiben diverser Artikel zu generieren. Es wird auf die erwiesene Unwirtschaftlichkeit der Windkraftanlagen verwiesen. Laut Statistiken, die den gesamten Energiebedart erfassen, macht Windenergie gerade mal 1,4 bis 1,8 Prozent aus. Laut Bundesnetzagentur ist die geSicherte Leistung sehr gering. Für die Windkraftanlagen liegt sie bei 4,1 Stunden im Durchschnitt pro Tag. In den nächsten zehn Jahren rechnen Fachleute nicht mit einem ernst zu nehmenden Ausbau von Speichermöglichkeiten. Ohne Speicher ist Windenergie sinnlos. Es wird gerne „schön“ gerechnet: Ab dann und dann können wir so und so viele Haushalte mit alternativer Energie versorgen. Was machen wir mit der deutschen Industrie? Ab ins Ausland? Kohlendioxid wird massenhaft durch den Bau dieser Anlagen produziert! Während der natürliche Kohlendioxid-Speicher – der Wald – vernichtet wird. Wo liegt da der Sinn? Eine Recherche hat ergeben, dass bereits mehr als 100 Windräder abgebrannt sein sollen. Und wir lassen die Teile in unsere naturgeschützten Wälder bauen?

Fazit: Wir verwenden die Energie. Schalten Kohle- und Atomkraftwerke ab und beziehen für die vielen stromlosen Zeiten unsere Energie aus den maroden Atomkraftwerken der Nachbarn. Bravo! Wir brauchen eine Energiewende, aber mit Sinn und Verstand! Die Alternative: Wir nutzen die Gelder sinnvoll, treiben die Forschung auf Hochtouren. Es gibt viele neue Ansätze für effektivere Anlagen und wahrscheinlich Patente, die auf Eis liegen, weil die Produktionstrassen ja so schön weiterlaufen sollen. Also Gelder für Forschung und innovationen statt Subventionen. Übrigens: Deutschland, Afghanistan, Bhutan, Burundi, Myanrnar, Teile Indiens und Nordkorea haben kein Tempolimit auf Autobahnen! Für den Fall, dass wirklich jemand Energie sparen will, wäre ja auch das ein Thema.

Susanne Dietrich-Reichling, Müllenbach