Leserbrief Manfred Borm, Kelberg

Stellungnahme der Fraktionen „Beendigung Flächennutzungsplanung in Kelberg“ im Amtsblättchen 28.04.2017

 

Kelberg. Der Rat der Verbandsgemeinde Kelberg hat am 06.04.2017 die Erstellung des Flächennutzungsplanes zur Ausweisung von Windkraftvorranggebieten abgebrochen. Weil die Kosten der Planung zu hoch würden. Im Übrigen sei die Dauer der Planung zu lang und ohne Erfolgssicherheit. Das sagen: SPD, FDP, Freie Wählergruppe Kelberg, Unabhängige und einige von der CDU und der VG-Bürgermeister.

Folglich beginnt jetzt die Privilegierung, auch Wildwuchs oder Verspargelung der Landschaft genannt! Das wurde noch zur Wahl 2014 von allen Fraktionen als die schlechteste Lösung verurteilt. Es wurde im Wahlprogramm der CDU beschrieben mit: “… vor allem Wildwuchs von Windenergieanlagen zu vermeiden“ Und die Sätze damals wie: „… Da kann ja jeder private Besitzer bauen, der geeignete Flächen hat. Dann sieht es ja hier bald aus wie im Hunsrück oder Düngenheim, Kaisersesch. Das wollen wir auf jeden Fall verhindern!“ sind den Bürgern noch in Erinnerung geblieben. Es wurde also zur Wahl 2014 Angst aufgebaut, vor dem Wildwuchs der Windenergie, vor allem um mehr Wählerstimmen zu bekommen? Man hatte ihnen vertraut.

Jetzt hat sich der Wind also gedreht, wegen zu hoher Kosten für die Planung. Kann man die erstellten Gutachten denn nicht an die Betreiber verkaufen? Oder muss alles doppelt begutachtet werden? Wahrscheinlich. Und was war eigentlich mit den anderen Alternativen …egal. Beendet wegen zeitlich unabsehbarer Dauer der Planung und deren Erfolgsaussichten: Langes Warten, das kennen die Leute doch von der A1 oder dem Kelberger Ortsmittelpunkt, 500 neue Vollzeitarbeitsplätze am Nürburgring….. Der Erfolg der Planung lässt sich doch in Abstimmungen und Gesprächen mit den Genehmigungsbehörden erreichen. Die Verbandsgemeinde ist ja verpflichtet diesen Flächennutzungsplan für die Windkraft fortzuschreiben. Man muss sich nur an die Gesetze und staatlichen Vorgaben halten.

Deswegen finde ich, hier werden nur fadenscheinige Argumente aufgelistet, um möglichst schnell in der gesamten Verbandsgemeinde möglichst viele Anlagen errichten zu können. Anständige Leute spielen nicht mit den Arbeitsplätzen oder Verdienst anderer, siehe Ferienpark CenterParcs! Das macht man nicht. Unsere Natur und unsere Landschaft müssen unbedingt geschützt werden, wie wir es sonst nur mit unseren Kindern tun, es gibt keinen Ersatz.

Offenbar haben für diese Freigabe des Gemeindegebietes auch Ratsmitglieder gestimmt, die selbst oder deren Angehörige entsprechende Flächen besitzen. Es wird keinen Solidarbeitrag geben! In den kleinen Gemeinden, die auf ihren Grundstücken selbst Anlagen errichten können, wird dann vielleicht das selten genutzte Gemeindehaus saniert. Mit Sky TV einem 5.1 Soundsystem am 65“ LED Fernsehen und WLAN. Dann noch einen Rentner-Spielplatz, Fitnessraum mit Wickeltisch, was man halt so hat, wenn man kaum noch staatliche Förderung bekommt und irgendwann nicht mehr weiß wohin mit den ganzen Einnahmen. Und die übrigen Bürger ernten den Wildwuchs und zahlen die Zeche. Nach dem EE-Gesetz sind dies derzeitig schon 6,88 Cent pro KWh. Das bedeutet, dass ein normaler 2-Personenhaushalt mit durchschnittlich 4.000 KWh Verbrauch im Jahr 275,20 Euro dafür mehr zahlen muss. Das Vertrauen in diese von uns allen gewählten Ratsmitglieder ist zerstört!

Manfred Borm, Kelberg

Quelle: Eifelzeitung

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