Leserbrief zu Sturm im Wasserglas – T. Kahler Pomster

Kommentar zum Sturm im Wasserglas

Herr Schürmann bläst in die gleiche Trompete wie die politischen Fürsprecher der Windkraft und hält bisher grundlegende Informationen zur Energiewende zurück.

Die Windparks, die in Deutschland errichtet werden, können einen kleinen Teil der konventionellen Stromerzeugung ersetzen aber auf keinen Fall eine Grundsicherung für die Stromerzeugung liefern. Niemand kann abschätzen, wann der Wind wie stark weht. Wenn der Wind stark weht, weht er nicht nur in Norddeutschland sondern auch im Süden der Republik. In den letzten Jahren hat Deutschland an solchen Tagen so viel Strom aus Windkraft erzeugt, dass hohe stochastische Stromspitzen entstanden sind, die unser Stromnetz nicht aushalten kann. Diese Stromspitzen können nicht geglättet werden. Es fehlt an realistischen und bezahlbaren Speichermöglichkeiten. Der Strom muss verbraucht werden, wenn er erzeugt wird. Um sich der Stromspitzen zu entledigen, hat Deutschland in den letzten Jahren die Stromspitzen an das Ausland geliefert, und dafür sogar noch Geld gezahlt. Somit wird schon heute eine große Anzahl an „Strommüll“ produziert. Zudem bauen unsere Nachbarländer nun Stromsperren in Ihre Netze ein, da sie unsere Stromspitzen nicht mehr haben möchten. Stehende Windräder sind unter anderem das Ergebnis bei starkem Wind.
Weiterhin bringen diese Stromspitzen unsere Kohlekraftwerke in Bedrängnis. Die Stromspitzen zwingen unsere Kohlekraftwerke zum „stop and go“, da Strom aus erneuerbaren Energien Vorrang hat. Dies führt wie bei einem Auto im Stau auf der Autobahn zu einem höheren Verbrauch an CO2.
Paradox ist, dass das mit Windkraft eingesparte CO2 durch die Betreiber der Kohlkraftwerke als Zertifikate an der Leipziger Börse gehandelt werden. D.h. andere Stromproduzenten aus dem In- und Ausland können diese Zertifikate erwerben und umso mehr CO2 ausstoßen. Was bringt uns also die Einsparung an CO2 in Deutschland durch die Windkraft, wenn tagtäglich durch zusätzlich erworbene CO2 Zertifikate z.B. in China oder anderswo auf der Welt die hier eingesparte Menge CO2 doch in die Umwelt gepustet wird. Diese Art von Zertifikatshandel muss gestoppt werden, ansonsten bringt das doch alles gar nichts für unser Klima, aber Herr Schürmann glaubt in der jetzigen Situation mit WKAs das Klima zu retten.
Die oben genannten Informationen wurden schon in zahlreichen Vorträgen, Zeitungsartikeln und Fernsehsendungen angesprochen. Auch das Ifo Institut aus München hat stichfeste Berechnungen zur Energiewende durchgeführt und kommt zu dem Ergebnis, dass die Energiewende so nicht zu erreichen ist. Quelle: Vortrag „Energiewende ins nichts – Professor Dr. Dr. Werner Sinn“. Wenn Sie diesen Vortrag gesehen haben, denken Sie anders über die Energiewende.
Warum verschweigt Herr Schürmann diese Problematiken? Warum gibt es keinen Politiker, der diese Themen anspricht und angeht(Beispiel: „Erneuerbare Energie spaltet die Parteienlandschaft“ in der Rhein Zeitung)? Hier spricht der reine Lobbyismus, es geht nur um die Gewinnmaximierung der Unternehmen.
Herr Schürmann beschwert sich, dass keiner von den Windkraftgegnern etwas zur Problemlösung beiträgt. Betrachtet man die oben genannten Fakten und ist Befürworter des doppelten Ausstiegs, dann ergeben sich in der Tat eklatante Probleme bei der Umsetzung der Energiewende.
Deutschland hat ein Energiewendeproblem. Wo soll denn der Strom herkommen, wenn wir den doppelten Ausstieg wagen, aus der Atomkraft und aus den Kohlekraftwerken, zudem noch 1 Millionen Elektroautos mit Strom zu versorgen haben, das Land an sich immer stromhungriger wird, kein Wind geht und die Sonne nicht scheint. Wir kaufen dann für teures Geld den Atomstrom aus Frankreich. Wir brauchen ein Moratorium und müssen das Geld, dass in das EGG fließt zu Forschungen nutzen.
Durch das EEG und die sicheren Subventionen wird eine Goldgräberstimmung bei Gemeinderäten erzeugt. Die Kilowattstunde Strom aber wird pro Windrad für jeden von uns Bürgern teurer, denn die Subventionen trägt der Stromverbraucher.
Das Statistische Bundesamt hat die Zahlen zur Bruttostromerzeugung auf Ihrer Seite veröffentlicht. Die Stromerzeugung durch Windkraft beträgt 13,3 % (86 Mrd. KWh) durch ca. 25.980 Windkraftanlagen Ende 2015. Setzt man dies ins Verhältnis zum gesamten Primärenergieverbrauch in Deutschland (8648 PetaJoule) ergibt sich ein Anteil der Windenergieerzeugung von weniger als 4% (Zahlen 2014). Die oben genannten 13,3 % hören sich gut an, deshalb schmücken sich immer die Projektierer und Politiker mit diesen Zahlen. Vergessen wird, dass wir eine enorme Menge an Strom nach Deutschland importieren (11213 PetaJoule in 2014). Quelle:https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/Energie/Erzeugung/Tabellen/Bruttostromerzeugung.html und www.wind-energie.de sowie Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: https://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/E/energiestatistiken-grafiken,property=pdf,bereich=bmwi2012,sprache=de,rwb=true.pdf )
Rechnen Sie sich die Anzahl an WKAs für nur 50 % Stromerzeugung durch Windkraft aus ohne den zusätzlichen Stromimport zu betrachten. Nun wird klar, warum Wälder-, Vogel- und Landschaftsschutzgebiete mit einbezogen werden sollen. Unser Land ist für dieses Vorhaben schlicht zu klein, selbst wenn jede verfügbare Fläche mit WKAs bebaut wird.

Eine Frage noch: Was passiert auf der Struth, wenn die Subventionen in einigen Jahren ausbleiben und die WKA mit den konventionellen Strom aus dem Ausland nicht konkurrieren kann?

Falls Sie mir nicht galuben, finden Sie auf unserer Seite eine Berechnung der 3,58 %. (Link)

Thomas Kahler, Pomster